Softwareprojekte in der Fachschule

In der Abschlussklasse der Fachschule wird jedes Schuljahr fachübergreifend in Softwareentwicklung, Programmieren in Java und im Softwarepraktikum ein betriebswirtschaftlich ausgerichtetes Projekt durchgeführt. Dabei orientiert man sich sehr stark an Echtbedingungen, d.h. die Klasse bildet das Projektteam und der Lehrer fungiert als Projektleiter.

Zum Schuljahresanfang machen die Schüler Projektvorschläge. So wurde schon Software für eine Hotelverwaltung, einen Sport- und Computershop oder einen Getränkekonzern erstellt. Nachdem man sich auf einen Projektvorschlag geeinigt hat, erfahren die Schüler im Fach Softwareentwicklung wie ein Projekt abwickelt wird, d.h. das Projektmanagement steht im Vordergrund. Danach werden die Projektanforderungen in einem Lasten- bzw. Pflichtenheft festgehalten und die Aufgaben verteilt. Die Schüler analysieren die Projektaufgaben objektorientiert in Einzel- und Gruppenarbeit. Das Ergebnis davon ist das Geschäfts- und IT-Modell abgebildet mit standardisierter UML-Symbolik.

Die Projektrealisierung beginnt mit dem Datenbankentwurf auf IBM/DB2, MySql oder Microsoft Access. Aus der Datenbank werden dann die Javaklassen der Datenschicht generiert. Der Entwurf der Kontrollschicht gewährleistet, dass alle Daten, die in der Datenbank gespeichert werden, auch fehlerfrei sind. Der Anwender kann die Programme über grafische Oberflächen bedienen. Mit diesem Schichtenmodell ist es jederzeit möglich, auf eine andere Datenbank zu wechseln oder die GUI-Oberfläche durch eine Browseroberfläche auszutauschen.

Nach dem erfolgreichen Einsatztest wird die Software „auslieferungsfähig" auf CD gebrannt oder USB-Stick kopiert. Die Schüler präsentieren die Software gerne bei Vorstellungsgesprächen, um zu zeigen, was sie gelernt haben.

Es ist stets ein Anliegen der Schule, den Schülern nicht nur die Syntax einer Programmiersprache zu vermitteln, sondern auch Softwareentwicklungskonzepte wie das oben erwähnte Schichtenmodell. In solchen Projekten sollen die Schüler auch lernen, praxisnah im Team Aufgaben zu lösen, um später möglichst problemlos von der Schul- in die Arbeitswelt umsteigen zu können. Dass dies auch wirklich funktioniert, ist Rückmeldungen von späteren Arbeitgebern zu entnehmen, die schon wiederholt den schnellen Einsatz unserer Absolventen ohne lange Einarbeitungszeit bestätigt haben.