Gepflegtes Auftreten ist gefragt

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Angehende Wirtschaftsinformatiker im Gespräch mit Chefs der regionalen IT-Branche

Die angehenden staatlich geprüften Wirtschaftsinformatiker der Plattlinger EDV-Schulen hatten die Gelegenheit, sich ihren zukünftigen Arbeitgebern vorzustellen.

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Plattling. (hk) Zahlreiche Firmenvertreter und Inhaber von IT-Unternehmen fanden sich kürzlich wieder an den Plattlinger EDV-Schulen ein, um sich mit den angehenden Absolventen zum Staatlich geprüften Wirtschaftsinformatiker über berufliche Perspektiven zu unterhalten. Es ging dabei weniger um die Qualifikation, weil der Ausbildungsstandard der Lehranstalt als sehr hoch eingestuft wird, sondern mehr um Fragen der Persönlichkeit, der Teamfähigkeit sowie um die Fähigkeiten, ein Unternehmen gegenüber einer auch nichtbayerischen Kundschaft ansprechend zu repräsentieren. Gefragt ist gepflegtes Auftreten im Verbund mit aggressiver Überzeugungskraft bei Verkaufsgesprächen.

(Artikel des Plattlinger Anzeigers der idowa vom 15.4.2014)

 

Übereinstimmend waren die Firmenchefs und Personalleiter der neun IT-Unternehmen, die aus ganz Niederbayern und der Oberpfalz angereist waren, der Meinung, dass die Absolventen für die Gespräche gut vorbereitet waren und auch wussten, was sie wollten. Auch die Bewerbungsunterlagen seien alle komplett und gut geordnet gewesen. Es könne den Absolventen nicht schaden, sagte ein Firmenvertreter, wenn sie kennenlernten, was es in der Branche alles für Unternehmen gibt. Denn in der IT-Branche sei es nicht unbedingt üblich, dass dort jemand bei ein und derselben Firma bis zur Rente bleibt.

 

Als sehr hilfreich für beide Parteien wurden diese Kennenlerngespräche auch deshalb bezeichnet, weil es seitens der Firmen wie auch der Absolventen doch viele spezielle Wünsche gebe, die man so im Vorfeld schon habe klären können. Der eine sei mehr technisch, der andere mehr am kaufmännischen Geschehen interessiert, teilten die Unternehmer mit. Wichtig sei den jungen Leuten auch das Betriebsklima und was eine Firma sonst noch zu bieten hat.

Auch Fragen über die Abläufe der Einarbeitung seien gestellt worden. Wenn sich ein Absolvent für eine Firma besonders interessierte, fragte dieser auch intensiver nach, bemerkte ein Firmenvertreter. Ein anderer Vertreter aus der IT-Branche wiederum verlangte auf die Frage „Warum wollen Sie ausgerechnet zu uns kommen??" eine andere Antwort als: „Weil Sie bei mir in der Nähe liegen." „Bei einigen Bewerbern habe ich die Begeisterung vermisst", sagte der Arbeitgeber.

Allgemein war festzustellen, dass die Gespräche von beiden Seiten in aller Offenheit geführt worden seien und stets eine positive Atmosphäre geherrscht habe. Einer der Firmenchefs lobte in Richtung des Schulleiters Professor Dr. Martin Griebl: „Ich war vor zwei Jahren schon hier und muss bestätigen, dass die Qualität der Absolventen weiterhin sehr gut ist. Fachlich braucht sich da keiner zu verstecken." Aber auch dieser Unternehmer vermisste bei seinen Gesprächen die genauen Gründe, warum man gerade in seine Firma kommen will, und rief die jungen Leute dazu auf, sich auch diesbezüglich offen zu äußern.

Hinsichtlich einer zuvor geäußerten Meinung, dass man in der IT-Branche kaum bis zur Rente in einem Betrieb bleiben könne, widersprach ein Arbeitgeber: „Wir als IT-Unternehmen wissen, dass man in Schüler noch investieren muss. Wir machen das deswegen, weil es bei uns im Betrieb so ist, dass man dann wirklich bis zur Rente bleiben kann."

Allgemein hielten die Arbeitgeber fest, dass die geführten Gespräche gut und von Wert gewesen seien und diese die Basis für alles weitere schaffen. Die Absolventen wurden aufgefordert mehr Persönlichkeit zu zeigen und sich nicht zu verbiegen.

Einer der Firmenchefs, der sich als Dino seiner Kaste bezeichnete, sagte klipp und klar, dass er in den Unterlagen Abitur- oder andere Zeugnisse vermisst habe. Er gehöre noch zu denen, für den die Noten auch die Leistungen widerspiegelten.

Einer seiner Kollegen meinte zur Präsentation nach außen, dass man neben dem auch von ihm selbst bevorzugten bayerischen Dialekt sich gegenüber anderen Kundschaften auch in Hochdeutsch ausdrücken können muss. Eine der Chefinnen brachte es auf den Punkt, indem sie darlegte, dass sich Persönlichkeit auch in Ordentlichkeit und dem ganzen Auftreten ausdrücke und eben der erste Eindruck nach wie vor immer der entscheidende Eindruck sei. Mit einem guten Auftreten demonstriere man auch Ernsthaftigkeit. Hinsichtlich der Präsentation und des Outfits wurde jedoch auch dargelegt, dass ein guter Entwickler in Jeans und offenem Hemd nicht unbedingt nach draußen, sprich an die Kundschaft, geschubst werden müsse.

Abschließend wollte Griebl von seinen Absolventen wissen, wer sich eher für den technischen Bereich interessiert oder sich als kommunikativen Typ im Vertriebsbereich in den Unternehmen sieht. Die Mehrheit strebt eine Beschäftigung im Vertrieb an.

Stellvertretender Schulleiter Josef Weishäupl bat außerdem die Unternehmer, Bewerbungen schneller zu bearbeiten. Die Schüler würden schließlich dringend auf die Antwort warten. Dauere es zu lange, bis die Antwort bei den Bewerbern eintrifft, könne es gut sein, dass sie sich bereits für eine andere Firma entschieden haben.

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Nach den Gesprächen zwischen den Schulabsolventen und Firmenchefs wurde festgestellt, dass nicht nur fachliche Qualifikation, sondern auch Teamfähigkeit, Persönlichkeit und kundenfreundlich-kommunikative Präsentation nach außen stimmen müssten. (Fotos: H. Keller)

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