Am liebsten hätten sie alle eingestellt

Mit freundlicher Genehmigung des Plattlinger Anzeigers (idowa)

Firmenkontaktgespräche an den Plattlinger EDV-Schulen waren großer Erfolg

thumb fkg2019Plattling. (hk) Die so genannten Firmenkontaktgespräche an den Plattlinger EDV-Schulen, die jedes Frühjahr von Schulleiter Prof. Dr. Martin Griebl veranstaltet werden, sind schon traditionell so etwas wie eine kleine Börse zur Personalbeschaffung aufstrebender IT-Unternehmen für ganz Niederbayern und in der Vergangenheit auch oft darüber hinaus geworden.

„Dass die Unternehmen zu uns ins Haus kommen, um Leute zu suchen“, meinte Griebl selbstbewusst, „ist mit ein Indiz für die hohe Qualität unserer Ausbildung. Leider können wir aber nur eine begrenzte Zahl von Unternehmen einladen.”

Das bestätigte sofort Dr. Armin Bender, Geschäftsstellenleiter der Firma „msg systems AG” aus Passau. Der teilte der Runde zufrieden mit: „Ich freue mich sagen zu können, dass ich heute schon zwei Festeinstellungen per Handschlag getätigt habe.”

16 Führungskräfte kamen zur Schule

Gekommen waren 16 Führungskräfte von neun Firmen aus Plattling, Landau, Passau, Deggendorf, Straubing, Regensburg und Geisenhausen, die am Vormittag Gelegenheit hatten, sich mit 14 staatlich geprüften Wirtschaftsinformatikern zu unterhalten.

Wie immer waren die Absolventen auf diese Gespräche im Rahmen eines Bewerbertrainingsseminars vorbereitet worden. Heuer geschah das unter der professionellen Anleitung von Ersan Djerekarac von der Plattlinger Firma ZITEC Industrietechnik GmbH. Dabei wurde den Teilnehmern vermittelt, wie man sich auf Vorstellungsgespräche mit Tipps und Tricks optimal vorbereitet. Der Tag war so organisiert, dass jede Firma mit vier Schülern Vorstellungsgespräche führen konnte, die sich zuvor auf eine entsprechende Stellenanzeige beworben hatten.

Dabei hatten die Unternehmen die Möglichkeit, sich Einblicke vom Kenntnisstand der Absolventen zu verschaffen. Über den Ablauf dieser Bewerbungsgespräche gab es dann im Anschluss eine analytische Podiumsdiskussion aller Beteiligten, die auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt mit einschloss, der IT-Spezialisten aufsaugt.

Durch die lockere Art der Selbstdarstellung der Geschäftsführer und Firmeninhaber über das personelle Innenleben ihrer Unternehmen und dem Umgang untereinander, wurde schnell ein zwangloser Draht zueinandergefunden. Tenor in den Unternehmen sei die so genannte flache Hierarchie mit einer positiven Duz-Kultur hieß es.

Diese aufgelockerte Atmosphäre zwischen den möglichen zukünftigen Vorgesetzten und den Neuen im Unternehmen ließ im Saal auch Fragen aufkommen, die in einem offiziellen Bewerbungsgespräch in angespannter Stimmung nicht gestellt worden wären. So war es den Absolventen zum Beispiel wichtig zu erfahren, wie sich die Behandlung der Mitarbeiter untereinander und der Geschäftsleitung gegenüber gestaltet, wie angepeilte Aufstiegsmöglichkeiten behandelt werden oder wie hoch der Anteil von Home Office und Reisetätigkeit an der Arbeit ist.

Die Tendenz der Fragen in diese Richtung erfreute die Vertreter der Firma Tieto Germany GmbH aus Regensburg, Christian Riegler und Stephan Neumeier, die einen finnischen Konzern in Deutschland vertreten. Sie riefen die Absolventen dazu auf, immer genau alles zu hinterfragen. „Denn”, so einer der Herren, „wir haben dadurch sehr interessante Kandidaten für uns kennen gelernt von denen zwei oder drei sogar hochinteressant sind. Wir freuen uns jetzt schon auf die Kontaktgespräche im Herbst.”

Von einem der Unternehmer bekam Professor Griebl ein großes Lob, weil die Absolventen der letzten drei Jahrgänge so gut gewesen seien, dass man sie am liebsten alle eingestellt hätte. Weitere Fragen der jungen Leute bezogen sich auch, was das Finanzielle anging, auf eine mögliche unterschiedliche Behandlung zu Ungunsten von EDV-Schulabsolventen gegenüber von Hochschulabgängern. Dazu stellten die Firmenvertreter unisono fest, dass es nur auf das persönliche Können, das sich Einbringen in die Firma und den Willen weiterzukommen ankomme. „Wir gehen auf das Individuum ein”, war die allgemeine Auffassung der Firmenvertreter zu dieser Frage, die zudem angaben, EDV-Schulabsolventen hätten ohnehin das Wissensniveau von Hochschulabsolventen im Bachelorbereich. Deshalb brauche keiner finanzielle Nachteile zu fürchten.

Allgemein festgehalten wurde auf die Beschwerde eines Absolventen mit bereits beruflicher Erfahrung, der nie ein Lob für erreichte Ziele bekommen hatte, weil es immer geheißen habe noch besser werden zu müssen, dass auf jeden Mitarbeiter individuell eingegangen werde und dass auch alles Vorgeschlagene, was umsetzbar sei, umgesetzt werde.

Nach dieser öffentlich geführten Podiumsdiskussion entwickelten sich zur Freude von Professor Griebl erneut Einzelgespräche zwischen der Unternehmerschaft und den Absolventen.

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 EDV-Schulabsolventen diskutieren mit Unternehmern aus der Region. In der Mitte sitzt Schulleiter Prof. Dr. Martin Griebl. Foto: Harald Keller

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